Schimmelpilze und Pilzbefall

Schimmel in der Wohnung

Schimmelpilze in der Wohnung

Aktualisiert im Frühjahr 2022 (Beitrag 2011 das erste Mal erschienen)

Der Schimmel in der Wohnung und Gebäuden macht auch in Zeiten der Covid-Pandemie keine Pause. Physikalische Grundsätze wie das Auskühlen von Wänden und das Entstehen von Kondensat gelten auch in Zeiten der Corona-Kriese. Und so fanden wir auch während der Ausgangssperren des Öfteren Schimmelpilze in der Wohnung.

Veränderte Situation während Home Office & Ausgangssperren

Die Bedingungen für das Wachstum von Schimmel in der Wohnung hatten sich im Frühjahr sogar verschärft: Einerseits sorgten die niedrigen Außentemperaturen in den Nächten für oben genanntes Auskühlen von Außenwänden im Bereich von Wärmebrücken; und andererseits ist der Feuchtigkeitsanfall in der Wohnung durch unsere häufigere Anwesenheit größer geworden.

Umgangssprachlich ausgedrückt „schert sich“ die Physik nicht um die derzeitige Situation, die ohnehin schon vieles von uns abverlangt. Hinzukommt, dass wir uns in der Quarantäne und natürlich im Homeoffice mehr in der Wohnung aufhalten. Dadurch sind wir der unter Umständen einer allergenen Wirkung der Schimmelpilze länger ausgesetzt. Es muss also etwas gemacht werden!

Jetzt auch per Videokonferenz

Inzwischen können Ortstermine wieder durchgeführt werden. Allerdings kann ich verstehen, wenn Sie im Moment keine Fremden in Ihre Wohnung/Ihr Haus lassen möchten. In diesem Fall empfehle ich eine Besprechung über eine Videokonferenz. Nicht in allen Fällen wird dies einen Ortstermin ersetzen können. Aber um beispielsweise die Größe des Schadens einzuschätzen und Soforthilfe-Maßnahmen zu besprechen, kann eine Videokonferenz ein guter Anfang sein.

Ursprünglicher Beitrag vom 13. November 2011:

Die folgenden Fotos habe ich vor ein paar Tagen bei Kunden aufgenommen. Gut zu sehen ist, wie der Schimmel in der Wohnung sich ausbreitet, erst ein weißer Flaum, der kaum zu sehen ist und dann die Verfärbungen. Die Tapete und die meisten Wandfarben, die wir verwenden sind als organische Materialien ein idealer Nährboden für den Schimmel.

Wie entsteht Schimmel in der Wohnung?

Alle kennen das: beschlagene Brillengläser, wenn man im Winter einen Raum betritt. Was passiert da und warum? Da die Gläser noch kalt sind, die Luft aber im Raum deutlich wärmer ist, schlägt sich die Luftfeuchtigkeit als Kondensat auf den Gläsern nieder.

Genau so verhält es sich mit den Außenwänden in der Wohnung: Sind sie zu kalt und ist die Luftfeuchtigkeit im Raum hoch, schlägt sie sich an der Oberfläche der Außenwände nieder. Wenn das häufig oder konstant passiert, entsteht Schimmel. Das Entscheidende ist also die Temperatur der Wand.

Der Vergleich mit der Brille hilft hier wieder. Ist man erst mal ein paar Minuten im Raum und die Gläser sind genauso warm wie die Luft, beschlagen sie nicht mehr. Die Wand auf dem Foto hatte bei meiner Messung eine Temperatur von nur ca. 16°C, bei einer Außentemperatur von ca. 2°C und einer Raumtemperatur von ca. 21°!

Aufgepasst bei der Luftfeuchtigkeit

Aus Tabellen kann man entnehmen, ab welcher Luftfeuchtigkeit bei diesen Gegebenheiten Kondensat ausfällt. Im genannten Fall ist dies bereits bei gut 60% der Fall. Diese Werte sind schnell erreicht. Beispielsweise in der Küche. Hier kann man nicht ständig beim Kochen oder Geschirr spülen das Fenster geöffnet lassen.

Außerdem errechnet sich aus den gemessenen Werten ein verheerender U-Wert der Außenwand von über 1,6 W/m²K. Dieser Wert ist schlechter als der von neuen Fenstern. So kommt es, dass Kondensat nicht mehr wie früher an den Scheiben ausfällt, sondern an der Wand. Somit ist diese Küche leider ein „gutes“ Beispiel für eine für eine nicht durchdachte Sanierung. Hier wurden nur die Fenster ausgetauscht und die Fassade nur hübsch neu gestrichen.

Dabei ist gerade in Gebäuden wie diesen (50er bis 70er Jahre) eine Dämmung der Fassade dringend zu empfehlen, da die sehr schlechten U-Werte auch für hohe Heizkosten sorgen. Bei weiter steigenden Energiepreisen wird das zukünftig ein großes Problem werden.

Schimmel in der Wohnung erkennen

Nachdem die Mieter die Tapeten entfernt, die Küche gründlich gereinigt und neu gestrichen haben, wuchsen bereits nach einigen Wochen wieder Schimmelpilze an der Außenwand der Küche. Da mittlerweile bekannt wurde, dass auch in anderen Wohnungen des Hauses Probleme mit Schimmelpilzen bestehen, sind die Mieter ausgezogen. Sie haben sich für ein saniertes und gut gedämmtes Mehrfamilienhaus in der Nähe entschieden.

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