Schimmelpilze und Pilzbefall

Schimmel in der Wohnung

Schimmelpilze in der Wohnung

Schimmelpilze und Quarantäne

Der Schimmel in Wohnungen und Gebäuden macht auch in Zeiten der Covid-19-Pandemie keine Pause. Physikalische Grundsätze wie das Auskühlen von Wänden und das Entstehen von Kondensat gelten auch in Zeiten der Coronakriese. Und so fanden wir während der Ausgangssperre des Öfteren Schimmelpilze in der Wohnung.

Die Bedingungen für das Wachstum von Schimmelpilzen hatten sich im Frühjahr sogar verschärft: Einerseits sorgten die niedrigen Außentemperaturen in den Nächten für oben genanntes Auskühlen von Außenwänden im Bereich von Wärmebrücken; und andererseits ist der Feuchtigkeitsanfall in der Wohnung durch unsere häufigere Anwesenheit größer geworden.

Umgangssprachlich ausgedrückt „schert sich“ die Physik nicht um die derzeitige Situation, die ohnehin schon vieles von uns abverlangt.

Dazu kommt: Da wir uns in der Quarantäne mehr in der Wohnung aufhalten, sind wir der u.U. allergenen Wirkung der Schimmelpilze länger ausgesetzt. Es muss also etwas gemacht werden!

Neu – Jetzt auch per Videokonferenz

Aus Gründen des Infektionsschutzes können Ortstermine derzeit nicht immer durchgeführt werden. Und vielleicht haben Sie von sich aus entschieden, dass im Moment besser keine Fremden in Ihre Wohnung/Ihr Haus sollen. Hier empfiehlt sich eine Besprechung über eine Videokonferenz. Nicht in allen Fällen wird dies einen Ortstermin ersetzen können. Aber um z.B. die Schadensgröße einzuschätzen und Soforthilfemaßnahmen zu besprechen, kann eine Videokonferenz eine Möglichkeit sein.

Ursprünglicher Beitrag vom 13. November 2011:

Die folgenden Fotos habe ich vor ein paar Tagen bei Kunden aufgenommen. Gut zu sehen ist, wie der Schimmel in der Wohnung sich ausbreitet, erst ein weißer Flaum, der kaum zu sehen ist und dann die Verfärbungen. Die Tapete und die meisten Wandfarben, die wir verwenden sind als organische Materialien ein idealer Nährboden für den Schimmel.

Aber wie entsteht Schimmel in der Wohnung?

Alle kennen das: beschlagene Brillengläser, wenn man im Winter einen Raum betritt. Was passiert da und warum? Da die Gläser noch kalt sind, die Luft aber im Raum deutlich wärmer ist, schlägt sich die Luftfeuchtigkeit als Kondensat auf den Gläsern nieder.

Genau so verhält es sich mit den Außenwänden in der Wohnung: Sind sie zu kalt und ist die Luftfeuchtigkeit im Raum hoch, schlägt sie sich an der Oberfläche der Außenwände nieder. Wenn das häufig oder konstant passiert, entsteht Schimmel. Das Entscheidende ist also die Temperatur der Wand.

Der Vergleich mit der Brille hilft hier wieder. Ist man erst mal ein paar Minuten im Raum und die Gläser sind genauso warm wie die Luft, beschlagen sie nicht mehr. Die Wand auf dem Foto hatte bei meiner Messung eine Temperatur von nur ca. 16°C, bei einer Außentemperatur von ca. 2°C und einer Raumtemperatur von ca. 21°!

Aufgepasst bei der Luftfeuchtigkeit

Aus Tabellen kann man entnehmen, ab welcher Luftfeuchtigkeit bei diesen Gegebenheiten Kondensat ausfällt. Im genannten Fall ist dies bereits bei gut 60% der Fall. Und die sind schnell erreicht z.B. in der Küche, man kann ja nicht ständig beim Kochen oder Geschirr spülen das Fenster geöffnet lassen.

Außerdem errechnet sich aus den gemessenen Werten ein verheerender U-Wert der Außenwand von über 1,6 W/m²K. Dieser Wert ist schlechter als der von neuen Fenstern. So kommt es, dass Kondensat nicht mehr wie früher an den Scheiben ausfällt, sondern an der Wand. Somit ist diese Küche leider ein „gutes“ Beispiel für eine für eine nicht durchdachte Sanierung. Hier wurden nur die Fenster ausgetauscht und die Fassade nur hübsch neu gestrichen.

Dabei ist gerade in Gebäuden wie diesen (50er bis 70er Jahre) eine Dämmung der Fassade dringend zu empfehlen, da die sehr schlechten U-Werte auch für hohe Heizkosten sorgen. Bei weiter steigenden Energiepreisen wird das zukünftig ein großes Problem werden.

Nachtrag 19.02.2014 zu Schimmel in der Wohnung

Nachdem die Mieter die Tapeten entfernt, die Küche gründlich gereinigt und neu gestrichen haben, wuchsen bereits nach einigen Wochen wieder Schimmelpilze an der Außenwand der Küche. Da mittlerweile bekannt wurde, dass auch in anderen Wohnungen des Hauses Probleme mit Schimmelpilzen bestehen, sind die Mieter ausgezogen. Sie haben sich für ein saniertes und gut gedämmtes Mehrfamilienhaus in der Nähe entschieden.

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